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BVB-Fans berichten von brutaler Gewalt durch spanische Polizei
Eine Woche nach dem Spiel von Borussia Dortmund gegen den FC Sevilla melden sich immer mehr BVB-Fans, die das Vorgehen der spanischen Polizei kritisieren. Diese sie äußerst brutal vorgegangen und habe wahllos zugeschlagen.
Rund 3000 Borussen waren vor einer Woche in Sevilla, beim letzten Spiel ihres Vereins in der Gruppenphase der Euro-League. Das Spiel endete 2:2, es war eine gefühlte Niederlage. Verloren wurde in dieser Nacht noch etwas: Der Glauben an die Rechtsstaatlichkeit in der EU.
Am Anfang, in den 24 Stunden nach dem Spiel, war ein leichtes Murmeln zu hören, erste Stimmen kamen auf, sprachen von übertriebener Härte und ausufernder Gewalt der spanischen Polizei. Andererseits gab es da Bilder, sie zeigten, wie BVB-Fans im Stadion Sitzschalen gegen Polizisten warfen, von Ausschreitungen war die Rede und der übliche Reflex griff: Da werden wohl ein paar Fans randaliert und sich so mit den Falschen angelegt haben. Mit einer Polizei, die nicht zimperlich ist.
Machtmissbrauch durch die spanische Polizei
Doch die Stimmen, die etwas anderes bezeugten, wurden mehr, wurden lauter in E-Mails und Foren. Wie Puzzleteile fügten sich die Stimmen zusammen und das Bild, das sie ergeben, zeigt Brutalität und Machtmissbrauch durch die spanische Polizei. Das Bild sieht folgendermaßen aus: Tagsüber herrschte in Sevilla eitel Sonnenschein. Es war eine gelöste Stimmung, heißt es, die umschlug, als die Fans zum Stadion marschierten. Auf ihrem Weg wurden sie von der spanischen Polizei begleitet. Auch der Mann, der sich später in der Zelle wiederfand, war in dem Zug der 3000, auch er berichtet, was alle sagen: Die Polizei habe erst gedrängelt, dann gedroht und schließlich am Stadion zugeschlagen. Mit Schlagstöcken und voller Härte, auf den Kopf und auf den Rumpf der Körper. Es gibt Berichte von Platzwunden, von Brüchen, von Blut, Angst und schließlich Zorn.
Er habe es noch ins Stadion geschafft, sagt der Mann, dort einen Schlag ins Gesicht bekommen, dann sei er bewusstlos geworden. Als er wach wurde, blutete er, Polizisten hielten ihn auf den Knien fest, er habe, so sagte man ihm, eine Dose geworfen. „Ich hatte gar keine Dose dabei.“ Er kam auf eine Wache und von dort in die Zelle. „Ich habe mich gefragt“, sagt er heute, „wo ich eigentlich bin. In einem Kellerloch gefangen irgendwo in Südamerika, irgendwo in einer anderen Welt.“
Über 100 Fans erzählen die gleiche Geschichte
Wie viele Menschen misshandelt wurden, ist unklar. Der BVB hat seine Fans aufgefordert, dem Verein zu schreiben. Über 100 haben sich gemeldet und sie schildern die gleiche Geschichte von einer Gewaltorgie ohne Sinn und Verstand. 16 Fans kamen in Haft, unter ihnen ein 62-Jähriger, und auch ihre Berichte stimmen überein: In Gewahrsam waren sie nicht in Sicherheit, auch hier habe es vereinzelt Schläge gegeben, Drohungen und irgendwann ein Angebot: Hier und jetzt die Unterschrift unter ein Schuldeingeständnis, die Polizei angegriffen zu haben, dafür gebe es 12 Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe.
Oder aber 18 Monate Haft und eine höhere Geldstrafe, da müsse aber noch ein Untersuchungsrichter dazu kommen, wann der Zeit habe, könne man nicht sagen, es könne bis nächste Woche dauern. Alle unterschrieben das erste Angebot. Auch der Mann, der sich irgendwo in einem schlechten Film in Südamerika wähnte und doch nur in Spanien war. Die Verstörung in seiner Stimme war auch am Dienstag noch zu hören. Er ist, das ist eine Woche später klar, einer von vielen, die auszogen zu einem schwarz-gelben Fußballfest und grün und blau geschlagen zurückkehrten.
Quelle:www.ruhrnachrichten.de
[...]Fad schmeckt auch, dass BVB-Anhänger angeblich im Stadion randaliert und daraufhin die Knüppel der Polizei zu spüren bekommen haben sollen. Medien berichten von herausgerissennen Sitzschalen, Prügelei und Pyromanie im BVB-Block. Laut Augenzeugenberichten, die die Redaktion erreichten, soll es im Stadion allerdings genauso friedlich gewesen sein, wie am ganzen Tag zuvor auf den Straßen Sevillas. Den überharten und augenscheinlich willkürlichen Polizeieinsatz habe man trotzdem über sich ergehen lassen müssen. “Unser Vorsänger wurde vom Zaum geprügelt, bevor er die Zeit hatte, alleine runter zu klettern”.
Wirklich schade und außerdem beschämend. Schon in Paris konnte man mitunter als vollkommen friedlicher Fußballfan phasenweise den Eindruck gewinnen, die “einsatzfreudigsten” Vertreter der Staatsmacht dürften sich bei internationalen Spielen ruhig mal etwas am gegnerischen Anhang austoben. In dieser Form hilft ein Polizeieinsatz nun wirklich keinem weiter! [...]
Quelle:www.die-kirsche.com
BVB-Fans werfen mit Sitzschalen
[...] Frustriert waren auch die Fans des BVB, die den langen Weg nach Sevilla auf sich genommen hatten in der Hoffnung, das Wunder doch noch zu schaffen. Doch nach dem besiegelten Aus auf internationaler Bühne verloren einige wenige Chaoten im Dortmunder Block die Beherrschung. Sie rissen Sitzschalen aus der Verankerung und warfen sie in Richtung Ausgang. Die Polizei musste einschreiten, über Verhaftungen oder weitere Ausschreitungen ist bisher aber nichts bekannt. [...]
>>>Bilder
Quelle:sport.t-online.de
Europa-League BVB -FC Sevilla
Am Donnerstag, 30.09.2010, 19.00 Uhr, fand das Europa-League Fußballspiel zwischen Borussia Dortmund – FC Sevilla im Signal Iduna Park statt.
Die Begegnung wurde im Dortmunder Signal Iduna Park vor insgesamt 49.100 Zuschauern ausgetragen und endete mit einer 0:1 Niederlage der Dortmunder Mannschaft. Es reisten 150 Zuschauer an, die die Mannschaft des FC Sevilla unterstützten.
Es kam zu einem Raubdelikt zum Nachteil eines Angestellten des Caterers von Borussia Dortmund. Diesem wurden unter dem Einsatz körperlicher Gewalt die Tageseinnahmen entwendet.Darüber hinaus verlief das Spiel friedlich und ohne besondere Vorkommnisse.
Quelle:www.polizei-nrw.de


